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08.02.2017, 09:43 Uhr | LSV Pressemitteilung vom 8.02.2017
 
Mehr öffentliche Toiletten für die Berliner Bezirke
Die Zahl der Berlinerinnen und Berliner steigt, die Zahl der Touristen steigt, nur die Zahl der öffentlichen Toiletten in Berlin bleibt gleich oder wird sogar reduziert, wie es momentan in den Berliner Rathäusern befürchtet wird.
LSV Pressemitteilung vom 8.02.2017 - Ein Ärgernis, wenn nirgends eine Toilette in Sicht ist – sei es in Parkanlagen, beim Einkauf, auf U-Bahnhöfen oder auf Spiel- und Aktivplätzen. „Die Berliner Grünanlagen sind kein Ausweg, auch wenn dies aus der Not von manchem so angenommen wird“, sagt Dr. Johanna Hambach, Vorsitzende der Landesseniorenvertretung Berlin. Einige Berliner Bezirke informieren im Internet oder mit Broschüren, wo bei Bedarf die Notdurft verrichtet werden kann, und bitten darüber hinaus öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser, Seniorenheime um Bereitschaft, Toiletten öffentlich zugänglich zu machen.

„Das ist ein Weg. Doch eine flächendeckende Versorgung mit barrierefreien Bedürfnisanstalten ist keine Frage des guten Willens, sondern verlässlich notwendig. Anreize müssen geschaffen werden, damit die Vorgenannten aber auch Gastronomen und Ladenbesitzer ihre Toiletten zur Verfügung stellen und das auch intensiv im Stadtbild oder im Eingangsbereich bewerben“, sagt Dr. Johanna Hambach.

Mit der in der letzten Legislaturperiode geänderten Bauordnung werde zwar auferlegt bei Neubauten ab 400 Quadratmetern eine öffentliche Toilette im Supermarkt und anderen Einrichtungen vorzuhalten, aber bezüglich Nachrüstung sei nichts geregelt worden. „Nicht nur ein Appell an die großen Einzelhandelsunternehmen, sondern auch die Verpflichtung zum Umbau ist notwendig“, so Frau Dr. Hambach. Wer nicht für genügend Toiletten sorgt, verursacht mit, dass ältere Menschen nicht ausreichend trinken oder gar ganz zu Hause bleiben, um nicht in Verlegenheit zu kommen. Gerade für ältere Menschen kann ein Bedürfnis schnell zum Bedrängnis werden. „Zudem sollten ältere Menschen bei der Gestaltung von öffentlichen WCs einbezogen werden, manch automatischer Lösung vertrauen sich Seniorinnen und Senioren nicht an, weil sie Sorge haben, dass sie nicht mehr herauskommen“, so Frau Dr. Hambach.

Öffentliche Toiletten sind auch Thema bei Senioren-Foren in den Bezirken. Daher werden Seniorenvertretungen in Sachen Information auch selbst aktiv. So haben die Seniorenvertretungen Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg recherchiert und Flyer „Toilettenbegleiter für den Bezirk“ erstellt und herausgegeben. „Wir reagieren auf Nachfragen der Senioren und die ehrenamtlichen Seniorenvertreter springen ein, wenn das Bezirksamt keine Lösung für Herausforderungen im Alltag der Senioren findet“, sagt Dr. Hambach.

Die bezirklichen Seniorenvertretungen werden im April neu berufen. Zuvor können 900.000 Seniorinnen und Senioren für die Berufung eine Vorschlagsliste wählen. Die Wahlbenachrichtigungen sind per Post versandt. Ausführliche Informationen zur Seniorenwahl 2017: www.ü60.berlin